Es ist der 24., nein, nicht Dezember, sondern September. Trotzdem gab's Geschenke und leuchtende Augen. 

Um 14:30 begann das wunderbare Konzert mit einem Begrüßungsständchen der 4a, bevor das Marimbaorchester aus Hiroshima loslegte. 10 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahren spielten virtuos auf diesen großen Verwandten unserer Schulxylophone Musik von Johann Strauß (Donauwalzer) und George Gershwin (Rhapsody in Blue), aber auch brasilianische Samba und japanische Folklore (inkl. furchterregender Masken).

Zum Abschluss präsentierte eine Musikerin in traditioneller japanischer Kleidung eines der wichtigsten Instrumente dieses Landes, die Koto, eine Art großer Brettzither.

Wie kommt ein  Marimbaorchester aus Japan dazu in einer Schule in Wien zu spielen?

Hiroshima erlangte traurige Berühmtheit als am 6. August 1945 die erste Atombombe der Welt über dieser Stadt abgeworfen wurde und mit einem Schlag 250.000 Menschen tötete, schwer verletzte und verstrahlte.

1961 veröffentlichte der Wiener Autor Karl Bruckner das Buch 'Sadako will leben'. Es erzählt die Geschichte der 12-jährigen Sadako Sasaki, die als 2-jährige die Atombombe überlebte, dabei aber so verstrahlt wurde, dass sie zehn Jahre später an Leukämie erkrankte und verstarb. Einer alten japanischen Legende zu Folge, bekommt jemand der 1000 Origami-Kraniche faltet von den Göttern einen Wunsch erfüllt. Also begann das Mädchen während ihres Krankenhausaufenthalts, in der Hoffnung auf Heilung, über 1000 Papiervögel herzustellen. Ihr Schicksal hat viele Menschen in der ganzen Welt betroffen gemacht und den Origami-Kranich zum Symbol für die weltweite Friedensbewegung und Abrüstung gemacht. 2009 wurde in Wien/Ottakring ein Hiroshima Gedenkstein enthüllt, der aus einem Mauerrest des Rathauses von Hiroshima gemacht wurde. Dieser soll als Gedenkstein an die Schrecken des Atombombenabwurfes und zugleich an den Ottakringer Karl Bruckner erinnern. 

Heuer, 70 Jahre nach diesem schrecklichen Ereigniss, gab es im Gedenken an die Enthüllung vor sechs Jahren ein Fest bei dem das Marimbaorchester dabei war. Und daraus ergab sich die Gelegenheit die Musiker auch in unsere Schule einladen zu können. Sie sehen sich (und vor allem ihre Musik) als Friedensbotschafter, die mithelfen wollen, die Welt zu einem friedlichen Ort zu machen. Ein Gedanke der grade heute von großer Wichtigkeit ist.

Nach dem Konzert überreichten die Gäste jedem Zuschauer persönlich einen Origami-Kranich, bevor eine Schülerband unserer Schule zeigte, was bei uns so gespielt wird. Schließlich wurde noch gemeinsam gesungen, musiziert und geplaudert.

Wer mehr über Hiroshima erfahren will, oder wissen will, wie man die Kraniche faltet, klickt bitte auf den entsprechenden Link.